Straubhaar mal wieder

Star-Ökonom rechnet mit Horror-Inflation

Die staatliche Verschuldungsorgie wird die Deutschen von 2010 an teuer zu stehen kommen, erwartet Ökonom Thomas Straubhaar. Geld dürfte so stark an Wert verlieren wie seit Jahrzehnten nicht.

Der Focus lässt mal wieder den berüchtigten bekannten Reformprediger Straubhaar auf die Öffentlichkeit los.

Dieses Mal widmet er sich derm Thema „Inflation“.

„Schon in einigen Monaten wird die Inflation deutlich nach oben schießen“, sagte der Direktor des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts (HWWI) FOCUS.

Er rechne „mit einer Geldentwertung zwischen fünf und zehn Prozent pro Jahr für die Zeit nach 2010“. Straubhaar sagte weiter, die Energiepreise würden in der zweiten Jahreshälfte 2009 wieder anziehen. Eine Verdoppelung des Ölpreises auf bis zu 80 Dollar pro Fass sei „wahrscheinlich“. Auch Handwerksleistungen und Immobilien würden bald teurer.

Auch wegen positiver Impulse aus den USA sei er „optimistisch, dass wir im Sommer die Talsohle erreichen“.

Soso…interessant! Dass die staatliche Geldschwemme für die Spekulanten und Großkapitalisten nicht unbedingt zum Werterhalt des Euro beiträgt, ist allgemein bekannt…dazu bedarf es keines „Star-Ökonomen“.

Aber das heißt noch lange nicht, das dies auch eine Steigerung der Inflation zur Folge hat!

Denn dazu müsste dieses Geld erstmal den Weg in die Realwirtschaft finden, also auch in die Löhne und Gehälter. Aber genau das ist nicht zu erwarten. Im Gegenteil: Straubhaar selbst begründet seine Theorie mit der Erwartung an steigende Energiepreise, steigende Ölpreise sowie steigender Preise bei Handwerkern und Immobilien, aber nicht mit einer Erwartung an ebenfalls um 5% bis 10% steigende Einkommen.

Steigende Energiepreise sind prinzipiell zu erwarten. Im Aufschwung wie auch im Abschwung. Fast unanbhängig von der wirtschaftlichen Entwicklung. Oder hat sich schon ein einziger Energiekonzern mit „Problemen wegen der Finanzmarktkrise“ zu Wort gemeldet? RWE. E.ON & Co schwimmen seit vielen Jahren in Geld…die könnten zur Not ganze Staaten kaufen und ihr eigenes Geld drucken!

Wie „Star-Ökonom“ Straubhaar auf eine Verdopplung des Ölpreises kommt ist auch so ein Rätsel. Weltweit bricht die Autobranche zusammen, Industriebetriebe stellen im Domino-Effekt die Produktion ein und die Bürger (weltweit) werden gezwungen, ihren Konsum immer weiter zu reduzieren. Was sollte da eine Erhöhung des Ölpreises bezwecken? Zum Einen sinkt die Nachfrage stetig, zum Anderen würden die Ölkonzerne und Ölscheichs damit eher noch die Entwicklung alternativer Energien vorantreiben. Was nicht in ihrem Sinne sein dürfte…

Selbstverständlich verzichtet der „Starökonom“ auf eine Begründung. Viel eher wahrschienlich ist ein rascher Umstieg vom Öl-Dollar zum Öl-Euro. Sollte der Wert des Dollar (bei den Finanzmärkten) tatsächlich fallen, muss das nicht unbedingt eine Preissteigerung für den Euro-Raum bedeuten. Denn zeitgleich würde der Euro an Wert gewinnen. Aber nur, wenn in Europa nicht weiter hemmungslos Geld in marode Banken gepumpt wird, welches den Euro im Währungshandel ebenfalls entwertet. Aber dazu lässt sich heute noch nichts sagen. Aber Straubhaar macht trotzdem den Mund auf.

Steigende Immobilienpreise sind hingegen völlig unsinnig. Gerade die Spekulation mit Immobilien haben zur Finanzmarktkrise geführt. Nicht nur in den USA, auch in Europa und Deutschland. Wenn die Banken wieder mit der Immobilienfinanzierung anfangen, werden sie das Risiko und damit die Kreditsummen mit Sicherheit möglichst tief halten. Keine guten Chancen für Spekulanten, die Preise zu erhöhen.

Bei den Handwerkern sieht es ähnlich aus. Aber da liegen die Probleme eher in mangelnder binnenwirtschaftlicher Nachfrage als in der Inflation. Denn die Handwerkeer leben schließlich vom Einkommen der Bevölkerung, welches erstmal ansteigen müsste, um Preise erhöhen zu können.

Und da haben wir auch schon das hüpfende Komma den springenden Punkt des „Star-Ökonomen“ Thomas Straubhaar: Lohnerhöhungen!

Straubhaar bekämpft als von der Wirtschaft bezahlter Wissenschaftler Lobbyist schon jahrelang gegen jegliche Erhöhung von Einkommen. Ob nun bei Löhnen, Gehältern, Renten oder Sozialleistungen.

Hier wird der Boden bereitet für eine neue Offensive gegen steigende Einkommen. Im Aufschwung durfte man laut Straubhaar das „zarte Pflänzchen nicht zertreten“ und im Abschung darf man natürlich auch nicht an Erhöhungen der Einkommen denken.

Was bietet sich als „Argument“ da besser an als geschürte Inflationssangst? Die Gewerkschaften haben schon verkündet, weiter für Tariferhöhungen zu kämpfen und die Bevölkerung ist ebenfalls der Meinung, nicht länger zu Gunsten wildgewordener Finanzspekulanten weiterhin den kurzen Gürtel enger zu schnallen.

Wir können also sicher sein, dass die kommenden Tarifverhandlungen mit einer medialen Inflations-Diskussion bei Maischberger, Will, Kerner, Beckmann & Co torpediert werden.

Aber einen Punkt hat der „Star-Ökonom“ nicht bedacht: Die Auswirkungen einer die Zinsen überstiegenden Inflation auf Schulden. Bei einer Inflation von 10% und einem Zinssatz von 8% sinken die Schulden jährlich automatisch…ohne tatsächlich mehr zur Schuldtilgung erwirtschaften zu müssen.

Wie er daruf kommt, das die Krise im Sommer rückläufig wird, weiß er selbst nicht. Es ist nichteinmal sicher, ob die noch in den Büchern der Industrie stehenden Aufträge überhaupt noch bezahlt werden. Schon heute steigen immer mehr Unternehmen auf „Vorkasse“ um. Kein gutes Zeichen für einen bevorstehenden Aufschwung…

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