Höchststrafe Hartz IV

Franz Josef Wagner (S-Klasse-Fahrer, Trinker und gescheiterte Existenz) lässt mal wieder unbeabsichtigt tief in die Ideologie des Springer-Bürgertums blicken.

In seinem heutigen Geheule beklagt er sich weinerlich darüber, dass es bei den Leuchttürmen der Marktwirtschaft trotz legendärem Scheitern noch fette Bonuszahlungen gibt:

Das ist, wie wenn ein Bankräuber Zinsen für seine Beute verlangt.

Dann macht der schleimige Gossengoethe der Bürgerlichen auch noch Vorschläge, wie mit solchen Bankmanagern umzugehen wäre:

Wenn ich was zu sagen hätte, dann würde ich die Jachten der Investmentbanker beschlagnahmen, ihre Ferraris abschleppen und ihre Konten sperren. Ich würde sie vor einen Welt-Geld-Gerichtshof stellen – wie Kriegsverbrecher in Den Haag. Ich würde sie anklagen wegen Betrugs und Beschiss.

Ahja…das deutet zweifellos daruf hin, das Wagner diese Leute für Verbrecher hält. Er will sie anklagen, vor einen „Welt-Geld-Gerichtshof“ stellen sowie natürlich bis auf das letzte Hemd enteignen.

Wie üblich eine wilde Mischung populistischer Phrasen. (Aber wehe, solche Forderungen kommen von Lafontaine, Gysi oder Sodann…)

Aber dann offenbart er seinen wahren Ungeist:

Ich würde für die Höchststrafe plädieren. Lebenslänglich Hartz IV.

Soso…Hartz4 als „Höchststrafe“ für Verbrecher.

Gemäß der bürgerlichen Ideologie der arbeitslosen „Parasiten und Sozialschmarotzer“, der sich Bild schon immer verschrieben hatte, ist Hartz4 also als Höchststrafe für Verbrecher zu begreifen.

Dabei haben in den Chefetagen der Banken gar keine Verbrechen stattgefunden. Dort gab es nur den ganz normalen Kapitalismus der hemmungslosen Profitmaximierung.

Aber er meint vermutlich auch nur das „moralische Verbrechen„, wenn jemand etwas tut, was man nach Ansicht der bürgerlichen Gesellschaft und ihres Hetzblattes „Bild“ nicht tun sollte.

Aber welche Schuld haben Millionen zur „Höchststrafe“ verurteilte Hartz4-Opfer begangen?

Es muss wohl ein Verbrechen sein, Sozialleistungen aus Besserverdiener-Steuern zu beantragen anstatt sich bettelnd und darbend vor dem Springerkonzern in den Staub unter Wagners Füßen zu werfen.

Was für ein perverses Menschen- und Gesellschaftsbild besitzt dieser Schmier- und Schmutzfink F. J. Wagner überhaupt?

Diese jämmerliche Kreatur am Rockzipfel der Wirtschaftsfaschisten trauert offensichtlich immer noch dem 3. Reich nach, in welchem man „Sozialschmarotzer“ zum Reichsarbeitsdienst oder gleich in die Vernichtungslager als „Volksschädlinge“ geschickt hat.

Aber wenigstens hat er im braunen Kern seiner Hirnzelle etwas erkannt: Hartz4 ist tatsächlich eine „Höchststrafe“. Verglichen mit dem Leben eines Gefängnishäftlings geht die Erniedrigung und Unterdrückung durch die Hartz-Gesetze noch viele Schritte weiter.

Im Vergleich zum Alg2-Opfer ist ein Knast die reinste Wellness-Oase:

Man bekommt täglich etwas zu essen, man wird mit Kleidung versorgt, man kann mit Arbeit Geld verdienen, im Winter hat man es warm und man ist sicher vor einer Fülle von Schikanen, Sanktionen und Repressionen durch irgendwelche „Fallmanager“.

Übrigens: Jemand, der „Fälle“ bearbeitet, wurde früher mal als Kriminalist bezeichnet auf der Jagd nach Verbrechern…

Gemäß der üblichen Kriminalisierung der Opfer des Neoliberalismus verwundert es also nicht, wenn aus einem Arbeitlosen im offiziellen Sprachgebrauch ein „Fall“ wird.

Und so schließt sich der Kreis: Franz Josef Wagner hält Arbeitslose für Verbrecher und Hartz4 für DIE Höchststrafe.

Ob er wohl strammsteht und die Hacken zusammenknallt, wenn jemand hinter ihm „Sieg heil!“ ruft?

Bild schrieb  am 7. Februar 1968:

„Man darf auch nicht die ganze Dreckarbeit der Polizei und ihren Wasserwerfern überlassen.“

BILD (damals Chefreporter: Franz Josef Wagner) rief zum „Ergreifen“ der „Rädelsführer“ auf der 68er Studentenbewegung auf. Am 11. April 1968 schoss der junge Hilfsarbeiter Josef Bachmann am Kurfürstendamm dreimal auf Rudi Dutschke.

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Nicht das irgendwann jemand sagt: „Das konnte doch keiner ahnen!“

Wer aus der Geschichte nichts lernt ist dazu verdammt, sie zu wiederholen!

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