man schreibt Siegergeschichte

Es gibt an der Freien Universität Berlin (FU) einen „Forschungsverbund SED-Staat“. Dort beschäftigen sich sog. „Historiker“ mit der Neuschreibung der Geschichte Ostdeutschlands von 1949 bis 1990.

Es war den Oberen in der Kapitalisten-Diktatur „BRD“ schon immer unangenehm, dass ihre Märchen von „Freiheit und Wohlstand im Kapitalismus“ bei den Ostdeutschen nie so richtig geglaubt wurden. Was auch kein Wunder war, denn schließlich sieht es bis heute mit Argumenten für den Kaptalismus sehr mager aus. Da man ausser einer undefinierten „Freiheit“ (je ärmer man wird, umso mehr Einschränkungen gibt es bei der Definition von „Freiheit“) und einer Demokratie-Illusion nichts zu bieten hat, greift man auf das bewährte Mittel des Feindbildes zurück.

Ganz nach dem Motto: „Jedes alte Hemd sieht neu aus, wenn man ein richtig dreckiges daneben legt“ (frei nach Anstalts-Leiter Priol).

Die Aufarbeitung der eigenen Geschichte des Adenauer-Staates mitsamt seiner 60jährigen Diktatur der Kapitalbesitzer bietet sich für Historiker des gleichen Staates nicht so richtig an. Schließlich muss man vermeiden, von Politik und Medien vom Platz gestellt zu werden.

Also greift man seit 1991 (Klaus Kinkel: „Die DDR muss mit allen Mittel delegitimiert werden!“) ganz tief in den Morast, um ordentlich mit Dreck zu werfen. Schaut man in die Geschichtsbücher der heutigen Zeit, bestand die DDR nur aus Mauer, Stasi und Stacheldraht.

Damit sich dieses „historische“ Bild nicht ändert, haben diverse Bundesregierungen sog. „Institute“ gegründet, in denen die kommunistenhassenden Adenauer-Erben sich so richtig austoben können. Ein beliebter Vertreter dieser Zunft ist der „Historiker“ Hubertus Knabe von der sog. „Stasi-Gedenkstätte Hohenschönhausen“. Bis heute verschweigt er, dass die Kohl-Regierung diesen Stasi-Knast von 1992 bis 1995 mehrmals umbauen und erweitern ließ, da das Original nicht wirklich nach „Diktatur und Folter“ aussah.

Bis heute gibt es keine Gedenkstätte „Stammheim“ oder ein Museum zum „Radikalenerlass“, welcher übrigens heute noch in Kraft ist.

Mit Geldern der VW-Stiftung, der Deutschen Bank und der Kohl-Regierung wurde 1992 an der Freien Universität Berlin der „Forschungsverbund SED-Staat“ gegründet. Wie der Name schon klarstellt, geht es nicht um die historische Aufarbeitung der DDR, sondern um den „SED-Staat“.

Mit-Gründer und heutiger Leiter dieses „Forschungsverbundes“ ist Klaus Schroeder.

Lehrer in Ostdeutschland und vor allem in Brandenburg sollten nach Ansicht des Berliner SED-Forschers Klaus Schroeder regelmäßig zur Geschichte der DDR weitergebildet werden. Die Lehrkräfte sollten dabei den neuesten Forschungsstand zur deutschen Teilung und zur DDR vermittelt bekommen.

Ahja…die DDR existiert seit 20 Jahren nicht mehr, und trotzdem gibt es immer wieder einen „neuesten Forschungsstand“? Man kann wohl mit gewisser Sicherheit davon ausgehen, das sich dieser „Forschungsstand“ nach den Vorhersagen diverser „Wahlforscher“ richten. Deutlich wurde dies z.B. 2005 und 2008.

In diesen Jahren wurde die Linke für den Bundestag und diverse Landtagswahlen wichtig. Groß war die Angst vor einem 5-Parteien-System, welches die Ganz Große Koalition der Wirtschaftsmarionetten störte. Damals wie heute tauchten „Historiker“ wie Knabe, Knopp und Birthler auf, um die Menschheit vor der Wiederauferstehung von Stalin und Ulbricht zu warnen.

Anschließend betrieb man „Ursachenforschung“ und stellte fest, das viele ostdeutsche Lehrkräfte im Unterricht weniger der westdeutschen Geschichtsinterpretation folgten, als vielmehr ihrer eigenen Erfahrung mit dem Leben in der DDR. Das darf natürlich nicht sein!

Somit stellt man im „Forschungsverbund SED-Staat“ fest, dass man die Lehrer dazu zwingen muss, den westdeutschen „Historikern“ beim Thema „DDR“ zu folgen. Das Gleiche gilt auch für die Geschichte des 3.Reiches, in dem es „nach neuesten Forschungsergebnissen“ keinen Widerstand durch Kommunisten gegeben haben soll. Wer in Westdeutschland kennt Ernst Thälmann? Im Gegenteil: Aktuell wird behauptet, die SPD hätte damals zur Kapitulation gegenüber der NSDAP keine Wahl gehabt, um eine „linke Diktatur der KPD“ zu verhindern. Frank-Walter Steinmeier äußerte sich auf der Gedenkveranstaltung seiner politischen Randgruppe Partei zum 90. Jahrestag der „Weimarer Republik“ entsprechend.

Viele ältere Lehrer vermittelten noch ein unzureichendes DDR-Bild, junge Lehrer seien dagegen um Objektivität bemüht.

Hallo? Wer die DDR leibhaftig erlebt hat, besitzt nach Ansicht dieser „Historiker“ also ein „unzureichendes“ DDR-Bild? Und die von BILD, Bertelsmann und CDU ausgebildeten Lehrer besitzen gegenüber der DDR also „Objektivität“? Na toll! Das erinnert mich gleich an die Objektivität, mit der die Bush-Regierung der UNO per Powerpoint-Präsentation die irakischen Massenvernichtungswaffen vorgeführt hat.

Besonders wichtig sei, dass den Schülern am Beispiel von DDR und Bundesrepublik der Unterschied zwischen Diktatur und Demokratie beigebracht werde.

Wenn ich ehrlich sein soll…auf so dünnes Eis würde ich mich nicht begeben wollen.

Ich mache jetzt mal was, was ich eigentlich sonst ablehne und kritisiere: Ich picke mal ein winzig kleines Rosinchen aus der DDR zum Beweis, das die Demokratie dort weiter entwickelt war als in 60 Jahren BRD:

Egon Krenz, Honecker-Nachfolger im Staatsrat und von der Kohl-Regierung jahrelang eingekerkert, stellte 1990 ein neues Reisegesetz zur Diskussion vor. Der Gesetzentwurf wurde in allen Zeitungen der DDR abgedruckt mit der Aufforderung an die Bürger, sich an der Diskussion darüber zu beteiligen und Vorschläge dazu zu machen.

Wann hat es das jemals in der BRD gegeben? Wann hat eine Bundesregierung einen Gesetzentwurf jemals von den Bürgern diskutieren lassen, bevor der Bundestag darüber abgestimmt hat?

Man sieht…die Zuweisung von „Demokratie“ und „Diktatur“ ist nicht so einfach.

Klaus Schroeder schlägt vor: „In Geschichte soll mit der Neuzeit begonnen werden!“

Autsch! So wie heute angeblich die Zeit für einen „objektiven“ DDR-Lehrplan fehlt, so wird dann (rein zufällig natürlich) die Zeit fehlen für die Französische Revolution, die Weber- und Bauernaufstände sowie das Mittelalter, mit seinem hochmodernen Arbeitsmarkt voller Sklaven und Tagelöhner.

Schroeders Forschungsstelle hatte im Sommer 2008 den Ost-West-Vergleich „Soziales Paradies oder Stasi-Staat?“ zum DDR-Bild von Schülern veröffentlicht.

Und sowas nennt sich nun „Forscher“.

Heute gibt es in Deutschland einen Staat, in dem die Bürger gegeneinander aufgehetzt werden, in denen „sozial“ nur noch eine hohle Phrase ist und Herr Schäuble einen Überwachunges- und Repressionsapparat einrichtet, von dem Stasi-Minister Mielke nicht einmal zu träumen wagte.

Ein Staat, in dem Hakenkreuz-Träger wie Stauffenberg bejubelt und Hakenkreuz-Durchstreicher vor Gericht gestellt werden, schreibt seine Siegergeschichte.

Quelle

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