Ossis sind ein undankbares Pack!

Nun ist er also da, der „Sozialreport 2008“ der Volkssolidarität. Kaum einer weiß es, kaum einer bemerkt es. Kein Wunder…Google News landet volle 41 Treffer unter „Sozialreport 2008“.

Es scheint wohl so, als sei dieser Sozialreport im Superwahl- und 20-Jahre-Mauerfall-Jahr nicht positiv genug, um den Bürger damit zu belästigen.

Was steht drin?

Der Studie zufolge ist für viele Ostdeutsche die soziale Einheit nicht vollendet. Nur vier von zehn Bürgern der neuen Bundesländer sehen sich als Gewinner der Vereinigung, mehr als ein Viertel, sehen sich eher als Verlierer (28 Prozent). „Nur 22 Prozent der Befragten verstehen sich als ‚richtige Bundesbürger'“, gab Niederland die Ergebnisse wieder. „Rund zwei Drittel der Bürger fühlen sich noch nicht völlig heimisch in der Bundesrepublik. Vorhandene Wünsche nach einer „Restaurierung“ von DDR-Verhältnissen (11 Prozent) seien „vorrangig die Folge von sozialen Gegebenheiten wie Arbeitslosigkeit und Niedrigeinkommen„.

Kurzfassung: Nur 22% der Einwohner der vom Kapitalismus besetzten Gebiete glauben, in vergleichbaren sozialen Verhältnissen zu leben wie die Bürger in Westdeutschland. Etwa 60% fühlen sich noch erkennbar benachteiligt und der Rest wünscht sich die sozialen Verhältnisse der DDR zurück.

Das ist nicht verwunderlich wenn man bedenkt, das es 16 Jahre und eine gesamtdeutsche Linke-Fraktion im Bundestag gebraucht hat, bis wenigstens die Hartz4-Empfänger im Osten gleichwertig wurden mit der Erhöhung auf 345 Euro Alg2.

Aber was macht das reaktionäre Kampfblatt des Kapitals „BILD„?

BLÖD befragt ausgerechnet Lothar de Misere nach den undankbaren Ossis. Lothar M., welcher als letzter DDR-Ministerpräsident für 30 Silberlinge aus der Schatztruhe des Herrn Kohl die DDR verkauft hat. Er schloss mit Kohl einen Kaufvertrag im vollem Bewusstsein, dass dieser Vertrag niemals eingehalten werden würde.

Dieser „Vertrag zur Deutschen Einheit“ trat am 3. Oktober 1990 um 0:00 Uhr in Kraft. Im gleichen Augenblick verschwand der „Vertragspartner“ DDR aus der Realität. Kohl wusste natürlich, das nichts und niemand den Westen zur Einhaltung des „Vertrages“ zwingen konnte, den er ja mit sich selbst abgeschlossen hatte. Eine DDR, welche die Einhaltung dieses Vertrages einfordern konnte, gab es nicht mehr.

BILD schreibt nun:

(ich habs etwas gekürzt)

Erschreckend: Der Stellenwert, in einer Demokratie zu leben, hat sich gegenüber 1990 halbiert. 1990 war das 54 Prozent sehr wichtig, heute sind es nur noch 24 Prozent.

Hä? Im Sozialreport der Volkssolidarität ging es nie um den „Stellenwert der Demokratie“!

Was passiert hier? Gemäß der westdeutschen Glaubenslehre wird Kapitalismus mit Demokratie gleichgesetzt. Damit sollen die kapitalistischen Bedingungen als „demokratisch“ definiert und gleichzeitig legitimiert werden. Das ist nötig, denn dies ist eine der Legenden der Kapitalisten, um ihre Macht zu schützen und zu rechtfertigen.

BILD: Herr de Maizière, sind die Ostdeutschen undankbar?

Lothar M.: Es geht darum, dass viele die Demokratie noch nicht verstanden haben.

Auch Lothar de Misere hängt sich an die Legende „Kapitalismus = Demokratie“. Dass seine „Feststellung“ mit den Erkenntnissen im Sozialreport überhaupt nichts zu tun haben, soll der Leser nicht bemerken. Hier wird ganz offensichtlich eine BILD-typische Eigendefinition des Sozialreports aufgebaut.

BILD: Gibt es dafür historische Beispiele?
De Maizière: Das erste steht schon in der Bibel.

Ahja… die Bibel ist also „historisch“. 😀

Lothar M verweist auf die Moses-Ägypten-Legende und die übliche Verharmlosung des 3. Reiches durch das wohlhabende Bürgertum. Die real empfundene soziale Unzufriedenheit von Millionen Ostdeutschen wird also von BILD und Kohl-Zäpfchen Lothar M. als Demokratie-Fehlinterpretation umgedeutet. Die Ossis sind also nicht nur undankbar, sie sind auch noch doof…

BILD: Manche Menschen scheinen sich bis heute nur schwer zurechtzufinden.

De Maizière: „Das ist kein Wunder. In der DDR gab es z. B. nur eine einzige Versicherung. Die Menschen von Eisenhüttenstadt kannten nur das Kombinat. Dort gingen sie in die Kinderkrippe, den Kindergarten, die Poliklinik, das Betriebsferienlager, die Betriebslehrwerkstatt, die Betriebskantine, bekamen einen Job.

Oooohhh…die armen Ossis! Moment mal! Was de Misere hier beschreibt, ist heute noch der sozialpolitische Standard. In allen Heiligen Schriften zu den Agenda2010-Reformen wird ein solches Leben als „typisch“ dargestellt. So z.B. der „Eckrentner“ mit 45 Beitragsjahren bei steigenden Einkommen und „ununterbrochener Erwerbsbiografie“. In der DDR war das Realität…aber auf wieviele Bundesbürger trifft das in Ost und West wirklich zu?

BILD: Sollte man uns Ossis besser integrieren?
De Maizière: „Integration ist nicht Gleichmacherei. Ich frage mich manchmal auch, warum der Gedanke, dass Demokratie die bessere Regierungsform ist, noch nicht bei allen angekommen ist.

Unverschämtheit! Das rektionäre Kampfblatt „BILD“ des westdeutschen Multimillionärs Axel Springer bezeichnet sich als „uns Ossis“? Ist das sowas wie „Wir sind Pups Papst“?

Der CDU-Politiker de Maizere sagt: „Integration ist nicht Gleichmacherei“. Integration bedeutet, das jemand weder auf Grund seiner Herkunft, Hautfarbe, Religion usw. nicht diskriminiert wird. Er also gleichberechtigt ist.

Dann wiederholt er die unzulässige Gleichsetzung von Kapitalismus und Demokratie.

BILD: Was sagen Sie jenen, denen es wirklich nicht gut geht?
De Maizière: „Bei großen geschichtlichen Brüchen gibt es leider immer Menschen, die zu kurz kommen. (…) Sicher ist auch, dass die Integration der 16,5 Millionen Ostdeutschen noch nicht vollendet ist. “

Ahja…die anhaltende (politisch gewollte) Diskriminierung der Ostdeutschen ist also eine Art „Gottes Willen“, welcher ausserhalb menschlichen Einflusses liegt. Zumindest gibt er zu, das die Ostdeutschen auch heute noch nicht integriert werden. Das ist aber nicht auf Grund westdeutscher Mentalitäten so, sondern von westdeutschen Parteien erlassener Gesetze.

(Ich kann das beurteilen, unterhalte ich doch zu vielen Westdeutschen sehr enge Freundschaften. Keine davon entstand übrigens auf westdeutschem Hoheitsgebiet. 😉 )

BILD: Wem sollten die Ostdeutschen dankbar sein?
De Maizière: „Wenn überhaupt, unserem Herrgott! Und im Kern natürlich sich selbst!

Sehr interessant: Wenn man einem höheren Wesen christlicher Wahnvorstellungen „dankbar“ sein soll…müsste man dann nicht auch selbigem „Herrgott“ die Schuld an den Zuständen geben, welche die Ossis unzufrieden machen?

Gefickt eingeschädelt, BILD und de Misere! Wie im dunklen Mittelalter wird den Ossis geraten, die herrschenden Zustände in Demut zu ertragen und auf Erlösung durch Gebete zu hoffen.

Nicht mit mir! Da verziehe ich mich doch lieber ins stille Kämmerlein und singe:

Es rettet uns kein höh’res Wesen,
kein Gott, kein Kaiser noch Tribun
Uns aus dem Elend zu erlösen
können wir nur selber tun!

Mit keinem einzigen Wort geht BILD auf die unterschiedlichen sozialen Verhältnisse in Ost und West ein, um die es im Sozialreport 2008 geht. Man rechtfertigt die Unzufriedenheit mit der Kolonisierung Ostdeutschlands als „unverstandene Demokratie“.

Aber warum sind die Ostdeutschen unzufrieden?

Mit Einführung des Kapitalismus wurden die Ossis enteignet. Alles, was die DDR ausmachte (Betriebe, Grundstücke, Immobilien) wurde erst Eigentum der Treuhand und anschließend zu 96% an Westdeutsche und Ausländer verscherbelt. Meist zu einem symbolischen Preis von 1 DM. Somit konnten die Besatzer ganz legal die im Einheitsvertrag vorgesehene „Beteiligung der ostdeutschen Bürger an den Privatisierungsgewinnen“ umgehen. Und es gab viel zu privatisieren. Noch heute geht der Ausverkauf der DDR durch die Treuhand-Liegenschafts-Gesellschaft (TLG) ungehindert weiter. In Brandenburg wurden sogar ostdeutsche Erben von Bodenreform-Land enteignet, um noch mehr „verkaufen“ zu können. Teilhabe- und Entschädigungslos.

(Selbst zahlungskräftige Ostdeutsche konnten vielfach kein Volkseigentum erwerben mit der Begründung, ihnen fehle „die Erfahrung zur Unternehmensführung in einem marktwirtschaftlichem Umfeld“.)

Nicht die DDR, sondern die typische kapitalistische Misswirtschaft zu Gunsten der „oberen Zehntausend“ ist verantwortlich dafür, das Ostdeutschland heute am Tropf der „Transferzahlungen“ hängt und ungehindert als innerdeutsche Niedriglohnkonkurrenz missbraucht werden kann.

Die Einwohner der Kolonie „Ostdeutschland“ werden nie gleichberechtigt sein zu den Einwohnern der Kolonialmacht. Das war nie vorgesehen und auch nie geplant. Es hat der herrschenden Klasse Westdeutschlands und ihren politischen Handlangern völlig ausgereicht, einen neuen Absatzmarkt für ihre Überproduktion an Konsumgütern zu schaffen.

Wussten Sie eigentlich, das die Gehälter und Pensionen der nach Ostdeutschland abgeschobenen westdeutschen Beamten (mit „Buschzulage“) unter „Aufbau Ost“ verbucht wird? Ebenso der Sold ostdeutscher Bundeswehrsoldaten, welche in westdeutschen Kasernen ihren Grundwehrdienst ableisten.

Eines Tages wird es tatsächlich eine „deutsche Einheit“ geben. Aber auf dem tiefsten Niveau, welches ohne Aufstände und Bürgerkrieg möglich ist. Viele Ostdeutsche haben das erkannt und sich leider damit abgefunden. Je länger sich die Westdeutschen gefallen lassen, das ihr Lebensstandard mit dem Hinweis auf „Globalisierung“ abgesenkt wird, ist die herrschende Klasse des Kapitals seiner Sache sicher.

Wünsche nach einer „Restaurierung“ von DDR-Verhältnissen

Damit ist keineswegs das „DDR-wiederhabenwollen unbelehrbarer Alt-Kommunisten“ gemeint. In der verhassten „DDR-Nostalgie“ geht es um den Zustand gesicherter Arbeits- und Lebensverhältnisse.

Man versprach uns „Freiheit und Wohlstand“…bekommen haben wir die Fesseln kapitalistischer Verwertungsbedingungen und Armut, welche viele von uns in billige Leiharbeit und zu einem Leben als Tagelöhner in den Fluren der „Jobcenter“ zwingt.

Ich gebe die Hoffung nicht auf, dass irgendwann die Westdeutschen aus ihrer BILD-Hypnose aufwachen und erkennen, das ihnen weder der „Soli“ noch der Ostdeutsche „auf der Tasche liegen“, sondern die eigenen „Eliten und Leistungsträger“.

Vielfach wird gefordert, die Ostdeutschen sollten „endlich anpacken anstatt zu jammern“.

Egal was, egal wo sie anpacken, sie müssen in 96% aller Fälle erst den westdeutschen Eigentümer um Erlaubnis fragen. Und der fragt nur: „Was verdiene ich an eurer Arbeit?“.

Bei Opel in Eisenach wird der Corsa zu einem 20% niedrigerem Lohnniveau bei längeren Arbeitszeiten gebaut. Das führt aber nicht zu dem „Wettbewerbsvorteil“, bei dem der Corsa aus Eisenach beim Händler billiger zu bekommen ist als aus einem westdeutschen Werk. Der Opel-Vorstand fordert von seinen Mitarbeitern in Rüsselsheim, Bochum u.a. Standorten die „Angleichung an Eisenacher Löhne und Arbeitszeiten“.

Wir Ossis sind nicht undankbar sondern verärgert darüber, den „Lügen der DDR-Propaganda über den Kapitalismus“ im Jahr 1990 nicht mehr geglaubt zu haben.

Auf die Unterzeichnung des Staatsvertrages zwischen der BRD und der DDR über die Wirtschaft-, Währungs- und Sozialunion stoßen DDR- Ministerpräsident Lothar de Maiziere und Bundeskanzler Helmut Kohl mit einem Glas Sekt an, 18. Mai 1990.

Union (v. kirchenlat.: unio Einheit; aus unus eins)

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7 Kommentare - “Ossis sind ein undankbares Pack!”

  1. Dirl Says:

    Alle, wirklich alle DDR Rechtsanwälte so auch Lothar de Maizere haben für die Stasi gearbeitet. Nicht als kleine Anscheißer sondern als Stasi-Elite.

  2. wareluege Says:

    Quellen?

  3. Armin42 Says:

    Es fehlen, wie bei den meisten Ost-West-Vereinigungs-Betrachtungen folgende, wesentliche Aspekte, die seit genau 65 Jahren gravierend wirken oder nachwirken:

    1. Nach 1945 gab es in der damaligen SBZ einen beispielslosen Raubzug Stalins, den man verharmlosend Reparationskosten nennt. Sehr gut dargestellt im Buch von Bogdan Musial „Stalins Beutezug“. Für den durchaus grausamen Vernichtungskrieg Hitlers zahlten zu über 80 Prozent die damaligen Mitteldeutschen. Die überwiegende Mehrheit der Westdeutschen kennen diese Fakten nicht oder verdrängen das. Hier besteht Nacholbedarf bei der Bildung.

    2. Aufgrund der überstürzten Einführung einer Partei-Diktatur nach sowjetischem Vorbild (Stalinisierung) und den damit verbundenen Enteignungen und Drangsalierungen verließen Tausende von Klein- und Mittelunternehmern die SBZ und gingen nach Westdeutschland. Dorthin nahmen sie auch ihr kommerzielles, ökonomisches und technisches Wissen mit und gründeten dort neue Unternehmen, die bis heute existieren. Nur wenige kamen nach 1990 zurück. Alles sehr gut nachzulesen im Buch von Hermann Golle:“ Das know-how, das aus dem Osten kam“.

    3. Im Gegensatz zu Westdeutschland durfte die SBZ/DDR keine Marshalplanhilfe annehmen.

    4. Neben acht Millionen Vertriebenen (von insgesamt 12 Millionen), die gleich nach Westdeutschland gingen, waren es über 5 Millionen Menschen aus der SBZ/DDR, die bis 1961 in den Westen flüchteten und ihr berufliches Wissen mitnahmen. Ein einziartiger Transfer von „Humankapital“ bzw. brain drain mit der Folge Zugewinn für Westdeutschland und Verlust für Ostdeutschland, denn schließlich waren die meisten auf Kosten des Steuerzahlers Ost ausgebildet worden.

    Resümee bis hierher: Nach 1945 fand, beginnend unter den Wirren der Nachkriegszeit, ein beispielloser Aufbau West statt: diesen nannte man dann „Wirtschaftswunder“. Alle diese geflüchteten Menschen arbeiteten hart, weil sie weiter nichts hatten als ihr Wissen und ihre Arbeitskraft. Andererseits bestand wegen der „Reparationen“ Stalins und Flüchtlingsbewegung eine unvergleichlich miserable Ausgangssituation in der DDR, so dass man heute noch staunen muss, was trotzdem geleistet wurde: Hohe Anerkennung für die gebliebenen Ingenieure, Wissenschaftler und nicht zuletzt Arbeiter!

    Ein weiteres Kapitel begann dann nach 1989:

    Nachdem die schwächelnde DDR (mit vernachlässigten Betrieben) 1989 politisch zusammenbrach und viele geil auf die Westknete waren, dank der geringeren Kaufkraft der Ostmark, war das Vertrauen in eine eigenständige DDR nahezu, wenn auch nicht ganz, verloren.
    Es war dann relativ einfach für den damals bereits politisch angeschlagenen Kanzler Kohl, instinktiv diese Gelegenheit zu ergreifen und mit unverantwortlichen populistischen Versprechungen Wahlen zu gewinnen. Die bis dahin arglos gehaltenen DDR-Bürger waren noch nicht mit den Raffinessen des westdeutschen Politikbetriebes vertraut. Keiner wollte hören, dass es Millionen Arbeitslose infolge der Währungsunion geben werde.

    Die beispiellose Instrumentalisierung der THA durch westdeutsche Politiker und die nicht eingehaltenen Vereinbarungen des Einigungsvertrages zur schnellen Angleichung waren dann nur noch eine eigentlich zu erwartende Folge dieser Entwicklung.

    Und das reicht noch nicht: Bereits 2 Millionen Menschen aus den neuen Bundesländern (per saldo) sind nach 1990 erneut in die alten Bundesländer umgezogen, um dort Arbeit zu finden und damit westdeutsches BSP zu schaffen.

    Würde man alles zusammenrechnen können, so käme man zwingend zu dem Ergebnis, dass in den letzten 60 Jahren ein enormer, weltweit einzigartiger Humankapitaltransfer Ost-West stattgefunden hat und damit in den westdeutschen Bundesländern ein BSP produziert wurde und wird, das ein vielfaches aller Transferleistungen West-Ost ab 1990 betragen dürfte. Dabei sind die zugunsten von Westdeutschen erheblich veränderten Eigentumsverhältnisse auf dem Gebiet der neuen Bundesländer noch garnicht berücksichtigt.

    Fazit: Das Gebiet der ehemaligen DDR, sogenanntes Beitrittsgebiet, wird demographisch, ökonomisch zu einem 50-prozentigem Schrumpfgebiet werden – und auch das ist einmalig in der Welt.
    Warum lassen sich die Ostdeutschen das gefallen? Es ist die zu DDR-Zeiten bei über 80 Prozent anerzogene Staatsgläubigkeit, Reste von uraltem Untertanentum und natürlich bei vielen „das sich mit den Umständen abfinden“.

    Also schlussendlich: Die Ursachen haben zunächst der brutale Stalinismus (nach dem brutalen Hitlerkrieg)gesetzt, dann die ökonomische „Unvernunft“ der SED-Diktatur. Was wunderts da noch, dass westdeutsche Kapitalinhaber nach 1990 hemmungslos ihre Verwertungsinteressen wahrnahmen.
    „Schöne Geschichte“,
    nur nocht nicht „aufgearbeitet“, aber wahr!
    Armin42

  4. Normann Says:

    „Die Dankbarkeit hat viele Staaten zu Grunde gerichtet. Der erste Enthusiasmus ging bis zur Unbesonnenheit; und als man sich besann, war die Freiheit schon der Pleonexie verkauft.“ Apokryphen Johann Gottfried Seume 1806. Es war alles schon mal da.

  5. tommy Says:

    Jeder hat die DDR auf seine Art und Weise erlebt.Wer sich unbedingt mit dieser damaligen
    Staatsmacht ohne Überlegung und Hirn politisch aber auch aus kriminellen Gründen
    anlegen wollte oder musste ,oder sein Leben einfach auf Spiel setzen wollte ,hatte nichts zu lachen.
    Der größte Teil der Bevölkerung lebte sein eigenes Leben ähnlich wie die Westdeutschen ,fern von der Politik .Heute wird vieles übertrieben und alles in den politischen Teil geschoben auch das privat erlebte erschaffene mit Mühe und primitiven Mitteln aufgebaute wird negativ dargestellt.Auch das was aus meiner sozialer Sicht übernehmenswert gewesen wäre.Die DDR war kein Rechtsstaat aber auch kein Unrechtsstaat wenn man sich im „normalen“ Rahmen ala DDR bewegte.Der Versuch einiger Politiker und Leute die DDR mit dem dritten Reich zu vergleich ,ist schon, um es vorsichtig auszudrücken, mehr als abendteuerlich.Man muss aber unterscheiden vom politischen der DDR und vom privaten und sozialen menschlichen Bereich untereinander in der DDR,abseits der DDR Politik und dieses untereinander miteinander war um einiges besser und ausgeprägter!Was nützt mir die Reisefreiheit wenn ich sie mir nicht leisten kann oder das neuste Gesundheitssystem wo das Geld vielleicht nur oder nicht mal für ein
    Gebiss ala Cart DDR reicht!Auch die These einiger Parteien “das unerträgliche Leben in der DDR, gelte es weiterhin zu erinnern und nicht zu verharmlosen”, verdreht den Sinn und Hergang der Ereignisse!Der DDR Bürger wollte nur in der Entstehung der Bewegung die DDR verändern ,Reisefreiheit, Meinungsfreiheiten(welche schon in einem gewissen Rahmen möglich war) konvertierbare Währung bessere Versorgung.Erst der Aufruf der BRD kommt, wer arbeiten will kommt hier zu was ins blühende Land mit Begrüssungsgeld löste erst eine gewaltige Welle der Euforie aus und lies den Verwandten Bekannten und Arbeitskreis in der DDR immer kleiner werden.Politisch ausgenutzt wurde der Ruf “wir sind ein Volk”.Betriebe Arbeitstätten sollten bleiben .Worte der Montagsdemo-Auf die Straße,-wir bleiben hier,-wir sind das Volk! Ein Volk was mit primitiven Mitteln Höchstleistungen brachte und ihre Verträge immer recht oder schlecht erfüllten. Ohne wahnsinnige viele Überstunden aber auch mit genügend Freizeiten für die Familien.Mit der Grenzöffnung und Währungsumstellung brach die DDR Wirtschaft über Nacht zusammen. Den Rest gab die Treuhand mit deren unter Wert verkauf und deren übereilten Privatisierung.
    Was sich heute die Politik wieder erlaubt ist wieder weit weg vom deutschen Volk,voller Widersprüche Überwachung Bevormundung ,Lügen,in einen sinnlosen
    Krieg verwickelt , für was lassen wir uns auf so einen Dreck ein, wo junge Leute sinnlos sterben,wo keiner fragt was sonst immer üblich ist,wer soll das bezahlen !
    Der 50 Milliarden kostet und die Meinung und Mehrheit des deutschen Volkes verachtet ..Wo man uns heute wieder sagt was gut und böse ist.und unsere kritische Bemerkung als Verklärung Verharmlosung und Undank hingestellt ,man hat uns ja aus der Gosse geholt…Solche Äußerung werden vermehrt auf Widerstand und Feindschaft stoßen .
    So wie Politik und Verhältnisse heute wieder wirklich sind, sind einige Grenzen
    wieder überschritten. Manche wollen das ungern einsehen. Und manche finden
    diesen Mut etwas dagegen zu sagen sogar beängstigend.Lieber würden sie
    wieder in der Unwahrheit leben….aber lassen wir das
    für mich war es mit die beste Zeit auch vom Alter her ,ob mit Stasi oder ohne es bleibt immer die benutzte Hu.e Politik das Spiel mit dem Menschen das schon immer Geschichtlich Generationen total zerrüttelt und gegen einander aufgebracht hat.

  6. Inge Says:

    @tommy: weise Worte.

    Ich sehe auch die Fehler, die die DDR-Regierung zu ihrer Zeit gemacht hat, aber ist die BRD heute fehlerlos? noch lange nicht! Dieses Land muss erst noch erfunden. Schade, dass die Bürger im westlichen Teil Deutschlands, sich nicht objektiv und vorallem aktiv mit der DDR auseinandersetzten und sich lieber vom vorgekauten propaganistischen Unsinn, der fast schon als gefährliche Geschichtsrevision und Totalitarismus gelten könnte, aus dem Fernsehen und anderen Medien, berieseln lässt. Ja die Medien schrecken nichteinmal davor zurück die DDR dem Hitlerfaschismus gleichzusetzen, gar als schlimmer zu bezeichnen… fast 60 Mio Tote im 2.WK sollen nicht so schlimm sein wie das Leben in der DDR!?? Allein für diese Unterstellung, mit der er die Opfer zu einer Fars macht, sollte geahndet werden! Es ist sowieso für mich bis heute unverständlich wie Deutschland mit seiner Vergangenheit Parteien mit eindeutig nationalsozialistischem Gedankengut die Gründung und Existenz gestatten und Nazi-Demos polizeilich beschützt erlauben kann. Die Rechte Szene wächst mit jedem Jahr, mit dem Unmut der sozial Schwachen in der Bevölkerung (was die rechtgesinnten Partein gut auszunutzen wissen) und im Fernsehen bei politischen Talkshows ist das größte Problem die linksgesinnten Parteien, die als der gefährliche schleichende Feind hingestellt wird und als „verfassungswidrig“ (wie ich es vor einigen Monaten gehört habe) tituliert wird. Vielleicht war das Wort „antifaschistischer Schutzwall“ wie die Mauer von der Regierung auch genannt wurde, treffender als man dachte… denn nach dem Fall dieser Mauer sind die braungesinnten in Strömen in den Osten gezogen um ihr krankes Gedankengut zu säen. Der Witz ist, dass Westbürger Ossis oft als Nazis abstempeln. Dass aber diese Nazis in Scharen aus dem Westen kamen und man soetwas in der DDR nicht antraf, wissen nur SEHR wenige, bis KEINER.

  7. Anonymous Says:

    Krankes Ossipack das solche Kommentare veröffentlicht!


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