Professor Sinn in der Sinnkrise

Der allseits bekannte und berüchtigte „Wirtschaftsprofessor“ Hans-Werner Sinn (auch Prof. UnSinn genannt) gibt dem Stern ein Interview. Wie befürchtet, lässt er damit seine Weisheiten über das „Konjunkturpaket II“ verbreiten. Darin offenbart sich sein gesamter Unverstand zu volkswirtschaftlichen Problemen. Er denkt immer noch in den Dimensionen eines drittklassigen Buchhalters aus den Zeiten der beginnenden Industriealisierung des letzten Jahrhunderts.

Interessant hingegen ist seine aktuelle Kehrtwende. Er wirft in einem einzigen Interview seine gesamte „wissenschaftliche“ Kompetenz über Bord und widerspricht seinen eigenen, viele Jahre „gültigen“ Lehren.

Zu diesen Lehren des radikalen Neoliberalen und fanatischen Kapitalismusanbetern gehört:

Konsum ist schädlich für das wirtschaftliche Wachstum und unnötig für die Konjunktur.

Das hat er wirklich gesagt. Jahrelang! Das Ergebnis war eine „Agenda2010“, mit der die Einkommen der Bevölkerung zu Gunsten der Kapitalrenditen massiv abgesenkt wurden. Schließlich galt die Losung „Wachstum Wachstum über alles!“.

Und Wachstum trat ein! Bei der Zahl der Hungerlöhner, der Leiharbeiter, der prekär Beschäftigten, der Zahl der Steuergeschenke an Konzerne und Spitzenverdiener, den Arbeitslosen, den Armutsrentnern, der Kinderarmut uvm.

Wachstum überall! Und bei jeder Gelegenheit schimpfte Professor UnSinn auf die Idee des Mindestlohnes sowie über 30% zu hohes Alg2 für Hartz4-Empfänger. Wirklich! Er forderte 2008 eine 30%-Absenkung des Regelsatzes, „um die Anreize zur Aufnahme von noch geringer bezahlten Jobs zu erhöhen„.

Und dieser Wirtschaftsfaschist wurde jahrelang in allen Medien als Held gefeiert. Die BLÖD nannte ihn den „weisesten Wirtschaftsprofessor Deutschlands“.

Heute sagt er:

Dieses Konjunkturpaket stärkt die gesamtwirtschaftliche Nachfrage. Diesen einprozentigen Stimulus können wir im zweiten Halbjahr gut gebrauchen.

und nicht wie sonst:

Konsum ist schädlich für das wirtschaftliche Wachstum und unnötig für die Konjunktur.

oder auch:

Immer, wenn die Bürger irgendwie mehr Geld zur Verfügung haben, bringt es auch der Konjunktur etwas.

anstatt:

Konsum ist schädlich für das wirtschaftliche Wachstum und unnötig für die Konjunktur.

Dann hingegen offenbart er seinen völligen Realitätsverlust. Auf die Frage, ob schnelle Konsumausgaben aus der Krise helfen antwortet er:

Da liegt nicht das Hauptproblem. Der Konsum bei uns ist recht stabil.

Achja? Mal sehen, was Herr Jahnke dazu sagt:

Das versteht der Märchenonkel vom ifo-Institut unter „stabil“. Wenn diese Stabilität so anhält, werden die Bürger bald Waren in die Geschäfte tragen und Geld mit nach Hause nehmen.

Der Rest des Interviews enthüllt mit hohlen Phrasen seine eigene Rat- und Hilflosigkeit. Er wird mit Sicherheit bald voller Überzeugung eine gegenteilige Position zu seinen bisherigen Aussagen einnehmen und auf Nachfrage behaupten: „Ich war schon immer dieser Meinung, wurde nur nie richtig verstanden!“. Aber das kennt man ja schon von den ganzen anderen „Experten“. Sobald diese Krise nachlässt, spuckt er wieder Gift und Galle auf Konsum und Nachfrage. Dann ist für ihn wieder die Eigenkapital- und Renditequote der einzig gültige Maßstab.

Konsum ist schädlich für das wirtschaftliche Wachstum und unnötig für die Konjunktur.

PS: Professor UnSinn hat einen Lehrstuhl an der Uni in München. Man muss heute schon Angst vor den vielen Absolventen haben, die seine Wahnvorstellungen als „Wirtschaftslehre“ lernen mussten.

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