Oswald Metzgers Kapitulation

Oswald Metzger hat kapituliert!

Das neoliberale Mietmaul der INSM betrieb auf der Webseite des (genauso hardcore-neoliberalen) Focus einen Blog.

Begonnen hatte dieser asoziale Hetzer gegen den Sozialstaat damit im Juni 2005.

Juni 2005? Was war da gleich nochmal?

Am 22. Mai 2005 verlor die „SPD“ die Landtagswahl in NRW. In freiem Fall. Am gleichen Tag verkündeten Schröder und Müntefering ihren Beschluss, vor ihrer Verantwortung aus allen Regierungsämtern zu fliehen. Selbstverständlich musste man dazu ein gefaktes „Misstrauen“ im Bundestag konstruieren, damit Merkel-Fan Horst Köhler Neuwahlen ausrufen konnte.

Etwa 5 Tage nach der Amtsflucht der Schröder-Regierung (die Grünen flohen gleich mit) begann die größte Propagandaaktion der Kapitalisten in der Geschichte. In den folgenden 6 Monaten erhielten die „Reformparteien“ mehr Parteispenden als in den letzten 3 Jahren zusammen. Ausgeschlossen von der Gunst der Kapitalisten blieben die Linkspartei.PDS und die WASG.

Auf Hochtouren lief auch die „Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft“. Sie sorgte dafür, das täglich ein oder mehrere ihrer „Botschafter“ in diversen Interviews und Talkshows die „Notwendigkeit zu weiteren Reformen“ predigen konnten. Weiterhin schaffte sie es in Zusammenarbeit mit der Bertelsmann-Stiftung, linke Politiker aus den Medien fernzuhalten. Grandiose Begründung: Es kommt nur zu Wort, wer schon im Bundestag vertreten ist. Das mit Petra Pau und Gesine Lötsch die Linkspartei.PDS bereits vertreten war, wurde großzügig ignoriert.

Auch „Botschafter“ Oswald Metzger bekam seinen Spielplatz zum dummschwätzen. Da man die CDU und die FDP pushen wollte, musste der „Grüne“ Oswald M. mit einem Blog im Internet vorlieb nehmen.

Im Juni 2005 begann er schließlich, die Ideologie des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall als „seine“ Meinung zu verbreiten. Tatkräftige Unterstützung erhielt er von einer Handvoll „Usern“, welche schnell als Mitglieder des Metzger-Netzwerkes aufflogen. In seiner „Abschiedsrede“ bedankt er sich noch einmal persönlich für ihre Hilfe.

Die „garstige Linke“ (ich war auch dabei) setzte ihm in jedem seiner Beiträge gnadenlos zu. In den ersten Monaten allerdings mit wenig Erfolg. Das änderte sich erst mit der zunehmenden Radikalisierung der neoliberalen Propaganda.

Immer mehr Menschen erkannten, dass der asoziale „freie Markt“ nicht die Lösung, sondern das Problem ist. In den Jahren 2006 und 2007 wurde die Metzger-„Argumentation“ immer wirrer und widersprüchlicher. Als Reaktion auf linke Kritik begann man, linke Kommentare gnadenlos zu filtern, zu kürzen oder auch zu zensieren.

Erkennbar rückläufig wurden darauf hin die Klicks auf den Blog. Metzger verbreitet seine Hetze und immer die gleichen Leute spendeten heftig verbalen Applaus. Noch unglaubwürdiger ging es nicht. Schließlich vollzog man eine Kehrtwende und ließ die Zensur ganz weg. Damit konnten die „garstigen Linken“ wieder mitspielen.

Gut zu beobachten war 2008 die steigende Rechtsradikalität der Metzger-Fans. Einige freigegebene Kommentare seiner Fans hätten wortgleich im Stürmer oder „Mein Kampf“ stehen können.

Aber all das nutzte nichts. Zusammen mit dem Neoliberalismus scheiterte auch seine Propaganda. Am 9. Januar 2009 gab Metzger seinen Propaganda-Blog auf. Mit der hanebüchenen Begründung, er hätte plötzlich keine Zeit mehr.

Dieses Problem stellte sich seit 2005 allerdings nie. Nicht im Wahlkampf, nicht bei seinem Wechsel zur schwarzen CDU oder auch bei seinen neuen Aktivitäten im „Frankfurter Zukunftsrat“ (eine „INSM“ des Frankfurter Bankenviertels unter Leitung der Deutschen Bank).

Nichtmal die Herstellung seiner neuen Hetzschrift „Die verlogene Gesellschaft“ konnte sein Mitteilungsbedürfnis reduzieren.

Aber nun fällt der Vorhang: Metzger kapituliert vor der Realität. Er zieht sich genauso aus der Öffentlichkeit zurück wie die anderen INSM-Botschafter.

All diese „Experten“ waren jahrelang bei Christiansen, Maischberger, Beckmann, Kerner und Will im Auftrag der Kapitalisten dabei. Kein Zuschauer hat je davon erfahren. In den Talkshows wurden sie nie als „INSM-Botschafter“, sondern immer mit ihren bürgerlichen Berufen vorgestellt.

Es wäre ja auch auffallend gewesen, wenn dem Zuschauer bei Christiansen zu 4 „unterschiedlichen“ Gästen jedesmal „Botschafter der INSM“ mitgeteilt worden wäre. Auch Metzgers Oswald wurde stets als „Grüner“ bzw. „Finanzexperte“ vorgestellt, obwohl er keinerlei politische Ämter oder Aufgaben hatte.

Oswald Metzger ist ein klassisicher Unqualifizierter: Keine Berufsausbildung, sein Studium brach er ab, als „Unternehmer eines Schreibbüros“ ist er gescheitert (Wie geht DAS denn?) und auch in der Politik brachte er es nur zum „Rufer aus der dritten Reihe“. Völlig frei von Sachverstand und politischen Visionen kam er dann als bezahlter Dummschwätzer bei der INSM unter. Sie lieferte ihm jahrelang Meinung und Phrasen, welche er dann mit stumpfem Blick in der Öffentlichkeit wiederholte. Nur mit einem Linken durfte er nie konfrontiert werden: Als er einmal bei Christiansen „seine“ Meinung begründen sollte, verhaspelte er sich dermaßen, das Sabinchen seinen Hals aus der Schlinge ziehen musste. Sie wechselte umständlich das Thema.

Ich bin mir aber sicher, dass die neoliberale Hetze von INSM & Co spätestens im „heißen“ Wahlkampf 2009 zwischen den Wirtschaftsmarionetten Merkel und Steinmeier wieder an Fahrt gewinnt.

Der Klassenkampf gehört nunmal zu einer Klassengesellschaft. Wir haben eine fünfjährige Schlacht gegen den Neoliberalismus gewonnen. Aber das heißt noch nichts. Solange die Menschen nicht das grundsätzliche Übel „Kapitalismus“ erkennen, wird der Klassenkampf weiter gehen. Wieder von oben nach unten.

Es wäre schon viel erreicht wenn es gelänge, die Bürger aus ihrer Trance aufzuwecken und zum Nachdenken anzuregen.

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