hart aber fair?

Die Plasberg-Show „hartaberfair“ gehört zu den aufstrebenden Institutionen der neoliberalen Propaganda und Meinungsmanipulation der Nach-Christiansen-Ära.

Diese Sendung wird unter der Tarnkappe „kritischer Journalismus“ dazu benutzt, um den Zuschauer erst zu verwirren und ihm dann anschließend „hilfreich“ den „richtigen“ Ausgang in seiner Meinung zu zeigen.

Auffallend ist wie bei allen(!) anderen Shows dieser Art: Die Auswahl der Gäste sowie das abgesprochene, gezielte Hervorheben bestimmter Argumente bzw. das gezielte Abwürgen von „unpassenden“ Argumenten.

Da es sich bei diesen Zeilen natürlich(!) um eine unsinnige Verschwörungstheorie handelt, brauchen Sie hier auch nicht weiter zu lesen.

Heute ist der 07.01.2009. Es ist Mittwoch, also Plasberg-Tag.

Thema der heutigen Sendung:

„Weihnachten verlängert! Wem nutzen die Berliner Geldgeschenke?“

Unter „Geldgeschenke“ versteht Plasberg nicht etwa Konsumgutscheine o.ä., sondern die „Konjunkturprogramme“ der Großen Koaltion.

Darin liegt schon die erste Manipulation: Es gibt keine Geldgeschenke in diesen Programmen! Es werden lediglich Steuergelder vom Bürger in die Wirtschaft umgeleitet. Ob von diesem Geld etwas beim Bürger in Form von Arbeitsplätzen oder Löhnen ankommen könnte, wird überhaupt nicht diskutiert. Es geht nur um „Bauwirtschaft!“, „Autokonzerne!“, natürlich die „Banken!“ und andere Vertreter des Kapitals.

Die Gäste:

Volker Kauder (CDU): “ Der Vorsitzende der Unionsfraktion verteidigt die Regierungspläne: Wichtig ist, dass die Menschen ihren Arbeitsplatz behalten. Deshalb liegt unser Schwerpunkt bei Investitionen und nicht bei Steuersenkungen.“

Glauben Sie tatsächlich, die Existenz von Arbeitsplätzen hinge an „Investitionen“? Dann sind Sie genauso dumm wie Kauder & Co!

Preisfrage: Würden Sie in den Bau einer Autofabrik investieren, wenn in einer Krise die Leute keine Autos mehr kaufen oder sich leisten können?

Natürlich nicht. Da könnten Sie Ihr Geld auch gleich in Lehman-Brothers-Aktien „investieren“.

Aber würden Sie eine Autofabrik bauen, wenn die Nachfrage nach Autos steigt? Natürlich…mitnehmen was geht an Kaufkraft!

Nicht die Förderung von Investitionen schafft/sichert Arbeitsplätze, sondern der Zwang zu Investitionen: Nachfrage.

Aber nachfrageorientierte Politik war bei den neoliberalen Reformern schon immer verpönt. Man achtet lieber blind und dumm auf „gute Angebotsbedingungen!“.

Peter Struck(SPD): Der SPD-Fraktionschef kündigt an: Wir werden die Wirtschaft in Schwung halten, dürfen dabei aber künftige Generationen nicht vergessen. Deshalb wird es eine Schuldenbegrenzung im Grundgesetz geben.

Was ist Ihnen lieber: Den „künftigen Generationen“ eine funktionierende (wenn auch kapitalitstische) Wirtschaft hinterlassen…oder einen Satz im Grundgesetz zur „Schuldenbegrenzung“?

Natürlich fordert Struck keine Begrenzung der Krise via Grundgesetz…

Ulrich Reitz (WAZ): Der Chefredakteur der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“ bedauert: Am Anfang der Krise war die Kanzlerin die treibende Kraft, doch dann hat sie alles nur noch ausgesessen. Ein Fehler, denn in der Krise zählen Führungsstärke und Psychologie.

Die WAZ gehört zu den radikalsten Propagandablättern des Neoliberalismus. Da selbiger nun in einer Legitimationskrise steckt, fällt deren „Chefredakteur“ nichts besseres ein, als von den eigenen Fehlern mit hohlen Phrasen wie „Führungsstärke“ und „Psychologie“ abzulenken.

Was heißt das? Frau Merkel soll zur Überwindung der Krise den Anschein erwecken, als würden weitere „Reformen“ eine Lösung bringen. Nach der Krise kann sie sich dann nicht nur ihrer Heldentaten rühmen, man hat auch weitere „Argumente“ durch psychologische Manipulation der Bürger für einen Neo-Neoliberalismus..ganz so, wie es die „Werbekunden“ der WAZ gern hätten: Hartz 5 bis 10.

Guido Westerwelle (FDP): Der FDP-Parteichef klagt an: Die Große Koalition verteilt Milliarden und macht diese Republik in der Krise zum Taschengeldstaat, doch ohne große Steuerreform ist das alles völlig wirkungslos.

Ohhh…. der Vorprediger freier Märkte „klagt an“! Angeklagt werden eigentlich nur Verbrecher. Ergo: Wer nicht der FDP folgt und weitere Steuerreformen zu Gunsten von Konzernen und Milliardären beschließt, ist ein Verbrecher. Merken Sie sich das!

Dumm nur, das Guido den Bezug zur Realität nun völlig verloren hat. Die bisherigen Steuerreformen, welche er (mit Ausnahme der Mehrwertsteuererhöhung) immer(!) als „Gut, aber nicht ausreichend“ bezeichnet hat, haben keinen einzigen Vorteil für die Bürger gehabt.

Die Reichen haben noch mehr Steuern „gespart“, aber dieses Geld nicht konsumiert oder investiert, sondern damit spekuliert, um noch reicher zu werden.

Angesichts der Tatsache, das inzwischen der größte Teil der Bevölkerung durch Armut dank „Hartz-Reformen“, Leiharbeit, Niedriglohn usw. kaum steuerpflichtig ist (im Sinne der Einkommensteuer), nutzt eine Westerwelle-Politik ausschließlich den „oberen Zehntausend“. Westerwelle hat keine anderen Interessen als sich bei seiner Wählerklientel der Spitzensteuersatz“opfer“ anzubiedern. Und weil jene die „Eliten“ und „Leistungsträger“ sind, muss Westerwelle sein Geschwätz auch bei Plasberg loswerden. Irgendwie müssen die Herrscher ja ihren Willen verkünden, oder?

Gregor Gysi (Linke) : Der Vorsitzende der Fraktion „Die Linke“ kritisiert: Die Pläne der Regierung reichen hinten und vorne nicht; durch Zaudern und Stümpern wird Deutschland zum Verlierer der Wirtschaftskrise.

Wohl wahr. Nicht folgenlos manovriert Merkel als „Madame No!“ Deutschland ins Abseits und den Abgrund der Wirtschaftskrise. Während ringsum gehandelt wird, starrt Merkel wie hypnotisiert (aber handlungsunfähig) auf die Heilslehren der neoliberalen Marktprediger. Was aber tun, wenn „der Markt“ plötzlich weg ist? Aussitzen! Wie schon ihr großes Vorbild, der Ehrenvorsitzende der CDU, Helmut Kohl (bekannt aus Funk und Fernsehen durch unzählige Korruptionsskandale).

Fällt Ihnen etwas auf?

Inzwischen muss man 4 Hardcore-Neoliberale aufbieten, um 1 Gysi in Schach zu halten. Für Gewerkschafter, echte Ökonomen ua. ist da natürlich kein Platz mehr am Tisch. So ein Pech aber auch…

Jede Wette, dass das Wort „Mindestlohn“ für helle Empörung sorgt und mit der Lüge „Das kostet Arbeitsplätze“ beantwortet wird?

geschrieben am Mittwoch, dem 07.01.2009 um 21:40Uhr

Kommentare:

Morla: 07.01.2009 um 23:51

Sie haben sich doch sicher diese Sendung angesehen – oder? Das war eine Sendung “unter Blutsbrüdern”, nach dem Motto “Irgendetwas wird schon hängen bleiben” – vor allem, wenn Plasberg seinen FDP-Freund Westerwelle vermarkten will.

Graußig, was da abging. Allerdings, Ihre Vorausschau “Inzwischen muss man 4 Hardcore-Neoliberale aufbieten, um 1 Gysi in Schach zu halten. Für Gewerkschafter, echte Ökonomen ua. ist da natürlich kein Platz mehr am Tisch. So ein Pech aber auch…” stimmte – aber einige haben zuschauer scheinen es begriffen zu haben – nur – wie soll sich die Linke Gehör verschaffen, wenn Reitze und Co weiter das Sagen haben?

wareluege: 08.01.2009 um 0:09

Natürlich habe ich trotz Verspätung die Sendung angesehen. Obwohl ich manchmal den Ton abschalten musste, wenn das hirnlose Gesülze von Kauder und Westerwelle überhand nahm.

Besonders interessant fand ich die Aussagen von Westerwelle (sinngemäß): “Deutschland ist toll, hat aber eine schlechte Regierung” sowie die dumme Floskel “Mehr Netto vom Brutto!”

Ich habe tief Luft geholt und 3x gesagt “In einer Demokratie muss man sowas aushalten.”
Es hat geholfen: der Fernseher flog nicht aus dem Fenster.

Advertisements
Explore posts in the same categories: Uncategorized

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: