Präsidentschaftskandidat als „Verlierer“

Es war einmal… (Gemeinsamkeiten zu tatsächlichen Vorkommnissen und Personen sind rein zufällig)

Im Jahre 2009 stand auf vielen Kalendern „Wahl des Bundespräsidenten“. Und weil alle im Bundestag vertetenen Parteien das Recht auf einen Kandidaten auf dieses Amt haben, bekamen die Herrscher über dieses Land ein Problem. Wohlfeil hatten sie bisher die Sprechblase „Horst Köhler“ ausgewählt und erwählt (mit tatkräftiger Unterstützung bekennender Nationalsozialisten wie Herrn Filbinger). Mit ihm waren sie und ihre Medien bisher auch sehr zufrieden. Um einen Anschein von Demokratie zu heucheln, ernannte die rechtsliberale „SPD“ eine bis dahin Unbekannte: Gesine Schwan. Selbst im Sterben begriffen, war der Name für die „SPD“ wohl zu verlockend. Politisch gehört auch sie wie der amtierende Bundeshorst zu den Hardcore-Neoliberalen. Was auch sonst?

Um die herrschende Klasse und ihre Medien ein wenig zu ärgern, erklärte die Linke einen gewissen Herrn Sodann zu ihrem Präsidentschaftskandidaten. Er wurde dann auch prompt auf die Abschussliste gesetzt und mit einem Berufsverbot als Schauspieler bedroht, würde er die Kandidatur annehmen. Er ließ sich nicht einschüchtern, nahm an und wurde zum Gespött der Leute gemacht. Man interviewte ihn, drehte ihm das Wort im Munde herum und spie anschließend Gift und Galle auf das „Ergebnis“.

Mit zunehmendem Verfall der Glaubwürdigkeit der herrschenden Klasse sowie ihrer Präsidenten- und Kanzlermarionetten wurde Herr Sodann mit seiner „alternativen Art“ für die Bürger immer sympathischer. Das durfte auf gar keinen Fall passieren!

Also schickte man die BILD an die Front, um den Kandidaten der Linken via „Skandal“ niederzumetzeln.

In einem überaus sinnfreiem Artikel wurde dem BILD-Leser erklärt, Herr Sodann würde (zusammen mit Staatsfeind Blüm) auf eine kostenlose(!) Kreuzfahrt mit einem Traumschiff gehen. Unter dem Aufmacher „Kreuzfahrt statt Klassenkampf“.

Von 17. Januar bis 8. Februar 2009 schippert er samt Ehefrau Cornelia auf der „Astoria“ von Sydney nach Hongkong. Für die Sodanns ist die Reise (regulärer Preis von 3595 bis 10 345 Euro pro Person) kostenlos.

Dafür tritt er gemeinsam mit Ex-Arbeitsminister Norbert Blüm (73, CDU) an Bord mit einem Kabarett-Programm auf. Laut Reiseveranstalter Transocean Tours wurde der Vertrag Mitte 2007 geschlossen, als er noch kein Kandidat gewesen sei.

Ahja… aber wo zur Hölle ist da der Skandal, wie die Überschrift des Artikel suggeriert?

Es ist durchaus normal, das Unterhaltungskünstler für die Dauer ihrer Auftritte an Bord selbstverständlich kostenlos „mitreisen“. Was auch sonst?

Und das er diese Auftritte als Kabarettist vereinbart hat ist auch normal. Ebenso der Fakt, dass er damals eben noch kein Präsidentschaftkandidat war.

Aber die Wirkung dieser medialen Meinungsmanipulation blieb aus. Kein Mensch interessierte sich für diese „Nachricht“.

Also legt BILD heute nach und erklärt Herrn Sodann zum „Verlierer des Tages“:

Trotz Kritik will Peter Sodann (72), „Tatort“-Kommissar und Präsidentschaftskandidat der Linkspartei, seine umstrittene Gratis-Luxus-Kreuzfahrt doch noch antreten. Er habe sich „gefreut“, dass er „kostenlos mitfahren darf“, sagte er der „Rhein-Zeitung“, und dafür auch noch Geld bekomme. Gegenleistung sei ein Kabarett-Auftritt an Bord.

BILD meint: Im Geiste schon seekrank?

Toll, oder?

Wie seekrank BILD ist, beweist ein Satz beim „Gewinner des Tages“ (Andrea Kiewel, Schleichwerbung im ZDF 2007)

Zu Frau Kiewel schreibt BLÖD:

„Ich bin überzeugt, dass jeder Fehler macht. Wenn einer einsichtig ist, sollte man ihm eine zweite Chance geben.“

BILD meint: Willkommen zurück, Kiwi!

Man glaubt es kaum! Aber beim Thema Schleichwerbung ist die BILD bekanntlich viel verständnisvoller als beim Thema „Linke“. Suchen Sie doch einfach mal auf den nachdenkseiten nach „BILD“ und „Allianz“. 😉

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