Kennen Sie Kayhan Özgenc?

Kennen Sie Kayhan Özgenc? Nein? Macht nichts!

Kayhan Özgenc ist Redakteur bei focus.de und dort für neoliberale Propaganda unter der Bezeichnung „Ökonomie“ zuständig. In unregelmäßigen Abständen veröffentlicht er seine Meinung zu aktuellen Themen der Wirtschaft. Natürlich immer brav im Einklang zu seinem Chef, dem Focus-Chefredakteur Markwort (FDP). Und so bleibt es nicht aus, das der nette Herr „Ökonom“ ständig auf den Staat einprügelt und die Heiligkeit des Marktes predigt. So auch in seinem Artikel Finanzkrise: Mehr Staat wagen? Bitte nicht!

Wie jeder neoliberale Dummschwätzer auch unternimmt er den peinlichen Versuch, selbst im Angesicht des Unterganges die neoliberale Heilslehre zu retten.

Schauen wir uns mal seine geistlosen Ergüsse an:

Aber wenn die Fahrzeugkonzerne derzeit verkünden, ihre Produktion einzuschränken und für ein, zwei oder drei Wochen die Bänden still stehen zu lassen, ist das gewiss nicht der momentan viel beschworene Anfang vom Ende.

Ob diesem „Ökonomen“ mal jemand sagen könnte, dass es schon unzählige Autohersteller gegeben hat, bei denen eine solche „Pause“ durchaus der Anfang vom Ende war?

Die betroffenen Hersteller haben äußerst flexible Arbeitskonten-Modelle. Bei BMW etwa kann die Produktion rund drei Monate ruhen, ohne dass die Mitarbeiter Gehaltseinbußen hinnehmen müssen.

Das ist eine glatte Lüge. Aber das weiß kaum jemand…

Bei diesen Arbeitszeitkonten arbeiten die Beschäftigten auf Kredit! Sie leisten unbezahlte Arbeit (monatelang!), ohne von „ihrem“ Konzern auch nur einen einzigen lausigen Cent an Zinsen zu bekommen. Sie haben also durchaus Einbußen. Die Firma kann also in nahezu unbegrenztrem Maße von ihren Mitarbeitern Arbeitsleistung als Kredit verlangen(!) und spart dazu auch noch die üblichen Kreditzinsen.

Aber da gibt es noch ein weiteres Problem: die Insolvenz. Arbeitnehmer mit „Lohnverzicht zur Arbeitsplatzsicherung“ haben erst dann Anspruch auf ihren Lohn, wenn von der Konkursmasse nach Gläubigern, Banken, Lieferanten etc. noch etwas übrig geblieben ist. In der Geschichte der Bundesrepublik war dies allerding noch nie der Fall. Tolles „Arbeitskonten-Modell“, oder?

Zuletzt häuften die Beschäftigten wegen großer Kundennachfrage viele Überstunden an, die sie nun abbummeln können.

Für Überstunden werden normalerweise Zuschläge gezahlt. Selbige kann der Konzern auf diesem Weg natürlich einsparen. Es lebe der Profit!

Der starke Staat als Heilsbringer ist allerdings ein Trugschluss. (…) Denn die Vergangenheit und auch die Gegenwart haben eindrucksvoll gezeigt, dass das Treiben von Politikern, also den Vertretern des Staates, in Unternehmen wenig Positives bewirkt hat. Ein Vorzeige-Beispiel, bei dem die staatliche Intervention erfolgreich war, fällt mir zumindest nicht ein.

Eine glatte Lüge! Seit der „Agenda2010“ mischt der Staat sogar ganz heftig in der Wirtschaft mit. Allerdings nicht als Mit-Eigentümer, sondern als Gesetz-Geber. Die Wirtschaft bestellt, der Staat liefert. Das ist im Falle von Lohnsenkungen, Zeitarbeit usw. für die Wirtschaft noch viel lukrativer als ein Politiker im Aufsichtsrat.

Ich denke dabei eher an den katastrophalen Kundendienst von Telekom und Post, als diese Konzerne noch zu 100 Prozent im Staatsbesitz waren.

Und wie sieht es heute aus? Etwa besser? In jedem Konzern gilt: Kundendienst ist ein Kostenfaktor, welcher den Profit schmälert. Die private Post hat massenhaft Postämter geschlossen, ihre „Franchise-Unternehmer“ ruiniert, Arbeitsplätze vernichtet, Gebühren erhöht u.v.a.m.

Bei der Telekom sieht es keineswegs besser aus, wie die Vielzahl an Skandalen ständig beweist.

Die Privatisierung und der daraus folgende Wettbewerb hat die Position des Verbrauchers gestärkt.

Achja? Kann er das auch beweisen? Natürlich nicht, daher verzichtet er darauf.

Ein weiteres Argument gegen die Staatsgläubigkeit ist die aktuelle Rolle der Landesbanken. Diese Finanzinstitute braucht niemand, sie dienten vornehmlich den Interessen und Eitelkeiten der jeweiligen Landesregierungen in den Bundesländern.

Nun wirds ganz dumm. Die Landesbanken haben sich vor allem um jene Kunden gekümmert, von denen die Privatbanken nichts wissen wollen. Ausserdem muss es nicht von Nachteil sein, eine Bank unter demokratischer Kontrolle der gewählten(!) Politiker zu haben. Aber sowas ist ja Teufelszeug! Demokratie! bäähh…

Und genau diese Landesbanken sind nun die Ersten, die staatliche Hilfen in Anspruch nehmen wollen.

Das stimmt. Nur die Gründe dafür werden peinlich verschwiegen. Es waren eben diese Landesbanken, welche beim ersten Zittern der Finanzmärkte den Privatbanken massenhaft ihre „Wertpapiere“ abgekauft haben. In jeder Landesbank sitzen auch Verteter der großen Privatbanken. So konnte zum Beispiel die Deutsche Bank der IKB mit Hilfe des „Bank-Kunden“ Peer Steinbrück sogenannte „Wertpapiere“ für mehrere Milliarden(!) Euro unterjubeln, um so die eigenen Bilanzen zu retten. Weder die IKB noch irgendeine Landesbank hatte je Zugang zu diesen „Wertpapieren“. Dieser Markt war ausschließlich Privatbanken und ihren Rating-Agenturen vorbehalten. Da wundert es nicht, das der größte europäische Zocker „Deutsche Bank“ nur ein paar Millionen Verluste hatte und nun gaaaanz stolz staatliche Hilfe ablehnen kann. Sie hat diese Steuergelder bereits bekommen: ohne Einschränkungen bei Gehältern oder ähnlichem. Wie das geht? Der Staat ist größter Kreditnehmer der Deutschen Bank. Und wenn man als Staat einen Kredit zu guten Konditionen braucht, muss man eben lieb und nett zum Kreditgeber sein. So einfach ist das…

Es war ohne Frage richtig, dass die Bundesregierung in der akuten Finanzmarktkrise eingegriffen und ein Maßnahmenpaket zur Beruhigung der Märkte geschnürt hat. Aber daraus darf kein Anspruch abgeleitet werden, dass ein starker Staat nun unsere Wirtschaft retten muss.

Merkwürdig…

Sämtliche Banker, Industriebosse und ihre „Experten“ sind da ganz anderer Meinung…

Egal was auf dieser Welt passiert: Jeder Staat MUSS seine Wirtschaft retten, da er ansonsten selbst dem Untergang geweiht ist. Das ist keine Sache einer Willensentscheidung, sondern pure Selbsterhaltung. Was bleibt von einem Staat übrig, der seine Wirtschaft entweder verloren oder an ausländische Konzerne abgegeben hat? Dieser Staat verliert einfach seine Existenzberechtigung. Ein Traum jedes neoliberalen Staatsfeindes… Alle Macht der Wirtschaft!

Zur Erinnerung sollte noch erwähnt werden: Der Staat ist bis über beide Ohren verschuldet.

Na und? Der Staat ist doch bei jenen verschuldet, die eh Geld im Überfluss haben. Und er vererbt auch keine Schulden, wie die Staatsfeinde ständig behaupten, sondern Ansprüche auf Rückzahlung und Zinsen. Und diese Zinsen sind bekanntlich stets(!) höher als die Inflation. Anders ausgedrückt: Staatsverschuldung ist die beste Geldanlage der Welt.

Was noch? Achjaa… der Staat (der blöde Hund) gibt dieses Geld doch tatsächlich aus! Für Soziales, Gehälter, Pensionen, Renten…

Und was passiert mit diesem Geld? Die Empfänger tragen es nicht zum Finanzmonopoly, sondern tauschen es ein gegen Waren und Dienstleistungen. Sie konsumieren.

Aber auch der Staat ist Konsument. Wenn der Staat heute Schulden macht, um eine Schule oder Autobahn zu bauen, erhält er diese Bauleistungen heute „auf Kredit“ viel billiger als in 10 oder 20 Jahren ohne Kredit. Ein einfacher Golf hat vor 10 Jahren einmal 20.000 DM gekostet. Das heutigen Grundmodell kostet (umgerechnet) mehr als das Doppelte!

Kredit aufnehmen zu 5-8% Zinsen oder noch 10 Jahre sparen? Was würden Sie tun? (Vorausgesetzt, das Auto hält wie eine Autobahn oder Schule auch mehr als 50 Jahre, Reparaturen sind in allen Beispielen notwendig!)

PS: Wegen dem Gejammer der Steurzahler: Schimpfen Sie nicht auf die Sozialleistungen, sondern auf die Kosten der Eroberungskriege um Rohstoffe und Handelswege für die deutsche Industrie. DAS kostet richtig Geld! Und dieses Geld ist weg…es wird von den Rüstungskonzernen etc. eben nicht im Supermarkt „verprasst“.

Sie können natürlich auch Steuern sparen… Aber dann wird der Staat natürlich privatisiert und Sie stehen an jeder Kreuzung oder Nebenstraße vor einer neuen Mautstation.

Kleines Spiel? Rechnen Sie doch einmal aus, wieviele Kilometer „Warnowtunnel“ Sie für ihre Kfz.- Mineralöl,- und Ökosteuer bekommen. Vergleichen Sie dieses Ergebnis mal mit ihrer heutigen Jahresfahrleistung. 😉

Sie können natürlich auch aufs Auto verzichten und nur noch öffentliche Verkehrsmittel benutzen.

Die DDR besaß das dichteste Schienennetz Europas. Trotz jahrelangen Abbaus zwecks Reparationen an die Sowjetunion. Mit der „Deutschen Reichsbahn“ (hieß wirklich so) kam man als Staatsbahn billig in jeden „vergessenen“ Winkel des Landes. Nicht unbedingt hochmodern und luxeriös, aber immerhin ohne Tarifdschungel o.a. Segnungen einer Privatbahn.

Der Begriff „Streckenstillegung“ war wie „Arbeitsamt“ in der bösen Planwirtschaft völlig unbekannt. Mieses System, oder? 🙂

PS: Die französische Staatsbahn verdient allein auf der TGV-Strecke Paris-Marseille mehr Geld als Mehdorns Bahn AG im gesamten deutschen Fernverkehr.

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