Anne Will…kürzen

In der INSM-Propagandashow “Anne Will” mit gleichnamiger “Journalistin” lautet das aktuelle Thema:

Die “Hartz-Gesellschaft” – Ist Nehmen seliger denn Geben?

Wie schon der Begriff “Hartz-Gesellschaft” vermuten lässt, wird wieder mal das Bild gezeichnet von einer Art Parallelgesellschaft, welche faul und regungslos den “fleißigen Steuerzahler” abzockt.

Die Themenliste:

  • Sind die Probleme von Hartz IV-Empfängern mit ein paar Euro mehr gelöst und bedeuten sie vor allem bessere Chancen für die Kinder?
  • Fördert mehr Alimentierung die Eigeninitiative im Land oder eher den Anspruch auf anstrengungslosen Wohlstand?
  • Haben wir uns zu einer Art Vollkasko-Gesellschaft entwickelt, die erwartet, dass der Staat jedes Risiko abfedert?

Die Gästeliste:

Ursula von der Leyen – war ja klar, dass diese asoziale Berufsdemagogin zur besten Sendezeit Gelegenheit bekommt, ihre sozialpolitischen SM-Praktiken zu legitimieren und zu verharmlosen

Klaus Ernst – war auch klar. Irgendwie. Jede Wette, dass man ihn mehrmals auf sein “Luxuseinkommen” ansprechen wird, welches 2010 das Sommerloch aufgefüllt hat. Mir wäre Sahra Wagenknecht oder Katja Kipping lieber gewesen. Meinetwegen auch Gysi. Aber die wurden in diesem Jahr von der BILD nichtmal erwähnt…

Michael Rogowski - Als ehemaliger BDI-Chef der Cheflobbyist der Millionäre, Milliardäre, Steuer- und Sozialstaatsbetrüger. Ich frag jetzt lieber nicht, was dieser INSM-Botschafter des Hartz-Terrors zum Thema beitragen soll…

Franz Meurer – ein Pfaffe aus einem Kölner “sozialen Brennpunkt”. Na mal abwarten, welcher Seite er zuzuordnen ist…

[Update: Meurer gehört offensichtlich zu den Vertretern von "freiwillige Armenspeisung statt Sozialstaat". Er versucht in Köln, die Kirche mit Kleiderkammern und Tafeln "interessant für die Armen" zu machen. Na mal sehen..]

Jan Fleischhauer – ein “Journalist” beim ehemaligen Nachrichtenmagazin

Jan Fleischhauer ist nicht “irgendein Spiegel-Schreiberling”. Fleischhauer ist seit 2009 die neoliberale Wunderwaffe des deutschen Marktradikalismus in den Medien.

Fleischhauers linke Nummer

Im Jahre 2009 brachte Fleischhauer ein Buch heraus. Zu Recht ist diese Tatsache kaum bekannt.

Sein seltsames Machwerk trägt den Titel “Unter Linken – Wie ich aus Versehen konservativ wurde“.

Fleischhauer ist bei seiner Emma-lesenden Mutter aufgewachsen. In seinem Buch will er den Eindruck erwecken, er sei mal “links” gewesen und nun davon überzeugt, das “linke Ideologien der Natur des Menschen widersprechen” und aus “Protest” gegen seine Mutter und seine “linke Erziehung” in den 60er und 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts sei er nun “zur Vernunft” gekommen und daher “konservativ” geworden.

Alles Blödsinn. Fleischhauer war nie “links” sondern immer nur darauf bedacht, in angeblich linken Kreisen den Provokateur zu spielen, um seine “Opferrolle” journalistisch bei Spiegel & Co verwerten zu können.

Sein Buch fand auch deshalb keine Beachtung, weil es nahezu völlig frei von Fakten ist. Fleischhauer beschreibt eine “linke Welt”, wie es sie eigentlich nur zu Woodstock-Zeiten gegeben hat. Alles was danach kam hat er einfach nicht mitbekommen.

In neoliberalen Kreisen von BILD bis FDP wird er hingegen als “Aufklärer” gefeiert. Als eine Art “zurückgekehrtes verlorenes Schaf”. Dabei ist er einfach nur ein Schaf.

Seine “literarische Abrechnung mit den Linken” befindet sich dann auch auf dem Niveau eines deutschen Journalisten mit guten Freunden bei reaktionären Medien wie Springer, bei marktradikalen Parteien wie der FDP oder auch der unvermeidlichen INSM, zu der er über den “Historiker” Baring Kontakt hält.

Seine “Aufklärung über die wahre Gestalt der Linken” erreicht ihren ultimativen Höhepunkt darin, mit Christian Ströbele über Pommes und McDonalds zu reden.

Aktuell wird von den Medien eine Werbekampagne für seine “Doku” zum Buch vorbereitet. Zu sehen bei Bertelsmann-RTL in “Spiegel-TV”. Zufällig 40 Minuten nach der Anne-Will-Show.

Natürlich (wie könnte es anders sein?) finden die Irren von BILD dies ganz toll:

Jan Fleischhauer über die Linken: Die lustigste TV-Doku des Jahres

In dummdreister Manier führt sich Fleischhauer als “Provokateuer” auf und beklagt sich anschließend über “verbohrte Linke, welche keinen Spaß verstehen”.

Ich könnte ja jetzt mal über die Humor-Toleranz bei Konservativen und den gelben Ich-lingen sprechen, aber das hat Florian Rötzer in Telepolis ja auch schon getan.

Spiegel-Redakteur entlarvt eine Weltanschauung – BILD.de meint: Unbedingt anschauen!

Naja…eher entlarvt er die alltäglichen journalistisch-intellektuellen Defizite beim Umgang mit der “linken Ideologie”. Gibt es keine Argumente, helfen nur dummdreiste Provokationen auf Stammtisch-Niveau.

Theatermensch Peymann beschreibt, wie man sich trotz 120 Millionen Euro staatlicher Subvention als Feind des Systems fühlen kann

Wow! Zum Glück berichten weder Fleischhauer noch BILD über die Feinde des Systems “soziale Marktwirtschaft“, welche sich selbst, ihre Banken und Konzerne jedes Jahr mit dem tausendfachen dieser Summe subventionieren lassen.

BILD: Ihr Lieblings-Linker?
Fleischhauer: Franz Müntefering. Den mochte ich immer wahnsinnig gern. Ein sehr respektabler Politiker.

Öööhhmm…. was ist denn am Franzl jemals “links” oder “respektabel” gewesen, Herr Fleischhauer?

Sie leiden doch nicht etwa unter Störungen bei der Realitätswahrnehmung? Wäre auch egal…Sie sind in guter Gesellschaft!

Auf einer Skala von eins (unglaubwürdig) und zehn (glaubwürdig). Wo steht Oskar Lafontaine?
Null. Der Typ ist nur an sich interessiert. Ein totaler Egoist.

Eine andere Antwort hätte BILD auch nicht gelten lassen.

Attac reduziert Probleme, um kampagnenfähig zu sein.

Seit wann gehört Attac zu den deutschen Medienkonzernen wie Springer oder Bertelsmann, Herr Spiegel-”Journalist”?

Sahra Wagenknecht ist felsenfest davon überzeugt, dass Deutschlands Zukunft sozialistisch sein muss. Die Umerziehungslager für den Tag danach hat sie schon fest im Kopf geplant.

Für die “Umerziehung” zum Sozialisten braucht man keine Lager, sondern einfach nur Kapitalismus und eine kleine Portion Misstrauen gegenüber den Kapitalbesitzern und ihren “Journalisten”. Das reicht schon.

Der WELT-Hetzer Michael Miersch (Klimawandel-Leugner, Atomlobbyist, Gentechnik-Verharmloser usw) hat einmal gesagt:

“Ein Schulfreund hat mich in 30 Minuten vom Sozialismus überzeugt. Ich brauchte dann dreißig Jahre, um diese Überzeugung wieder los zu werden”

Soviel zur “natürlichen Überzeugungskraft” des Kapitalismus. :D

Im Spiegel offenbart Fleischhauer seine ganze Primitivität:

Man wäre fraglos mehr beeindruckt, wenn den Vorbehalten eine Analyse vorausgegangen wäre, eine Beschreibung der modernen Finanzprodukte und ihres systemgefährdendes Potentials, aber alles, was sich dazu in den Archiven findet, sind generelle Aufrufe zur “Zähmung” der Finanzmärkte und Grundsatzreden gegen den “Raubtierkapitalismus”.

Herr Fleischhauer kennt offensichtlich nur die Archive des Spiegel und der BILD.

Im Archiv der Reden und Presseerklärungen unter http://die-linke.de hätte er sogar eine große Menge an dataillierten Analysen zur Finanzmarktpolitik der letzten 10 Jahre gefunden.

Lafontaine hat den Zeitzünder der Finanzmarkt-Bombe entschärfen wollen, wurde aber von BILD & Co zum “gefährlichsten Mann Europas” erklärt. Und das schon vor mehr als 10 Jahren!

Es ist aber nicht verwunderlich, dass Fleischhauer in seinen Archiven nicht fündig geworden ist: Die Linke wurde ja selbst im 2005er Wahlkampf von den Medien ignoriert. Und während der Großen Koalition erst recht (von ein paar Sommerloch-”Skandalen” mal abgesehen).

Die reaktionäre und marktradikale “Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit” (FDP) findet den “Journalisten” Fleischhauer auch ganz obertoll.

Sie nimmt Fleischhauer als Beweis für die Richtigkeit des (übrigens erfundenen) Fontane-Zitates:

“Wer mit 19 kein Revolutionär ist, hat kein Herz. Wer mit 40 immer noch ein Revolutionär ist, hat keinen Verstand”

Diesen Ausspruch belegen verschiedene Biographien und in den letzten Jahren einige Texte.

Zu den prominentesten gehört sicher der Spiegel-Redakteur Jan Fleischhauer mit seinem Buch “Unter Linken”.

Prominent? Wo? Bei wem?

Fleischhauers politisches Bekenntnis füllt ein ganzes Buch und zeigt – frei von langatmigen Ausführungen – einen lange andauernden inneren Kampf um politische Positionen und die Bedeutung eines wichtigen Faktors dabei: Zu den Guten gehören zu wollen.

Ja… bei den “Guten” von BILD über die INSM bis zum Radikal-Zionisten Henryk M. Broder ist Fleischhauer sicher angekommen.

Aber erst, nachdem er unter dem rechten Demagogen und Spiegel-Chef Aust zur selbsternannten Schicht der “Leistungsträger” und “Spitzensteuerzahler” aufgestiegen ist.

Nun kämpft er völlig uneigennützig gegen Sozialabgaben, den Sozialstaat, den Spitzensteuersatz und die Vermögenssteuer.

Ein echter Vorbild-Journalist!

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4 Kommentare - “Anne Will…kürzen”

  1. Jochen Hoff Says:

    Es ist an der Zeit die Gebührenbetrüger abzuschaffen. Wenn alle sofort aufhören ihre Gebühren zu bezahlen, ist der Spuk schnell vorbei.

  2. wareluege Says:

    Eine Abschaffung halte ich für völlig falsch. Sinnvoller wäre eine “Neujustierung”, nachdem die “Reformer” während der Schröder-Diktatur programmbestimmende Positionen bei ARD und ZDF bekommen haben.
    Werbefinanziertes Privatfernsehen kostet übrigens ein Vielfaches der monatlichen GEZ-Gebühren und wird über die Supermarktkasse auch von jenen bezahlt, welche von Bertelsmann & Co täglich mit Dreck beworfen werden. (zumindest sind sie GEZ-befreit)
    Von der mit Werbung finanzierten Macht über Politik und Meinungsbildung ganz zu schweigen.

  3. bojenberg Says:

    wie erwartet unsaegliche insm-propaganda veranstaltung. wie erwartet wurde als schluss-statement herr ernst von fleischhauer wegen seiner bezuege angegriffen. es wirkte wie mit will abgesprochen, das dieses thema unwiedersprechbar in der letzten minute aufs tablett sollte! natuerlich wurde auch die proforma-kritik an die bonis der hre 4 miuten vor schluss eigespielt. jaemmerliche veranstaltung, wie erwartet!

  4. Horst-Ekkehard Rautmann Says:

    Auch ich hätte mich sehr gefreut, wenn in der Will-Sendung Frau Sahra Wagenknecht anwesend gewesen wäre. Es hätte wohl niemand besser als Frau Wagenknecht, zu der geplanten verwerflichen und menschenverachtenden Almosen-Erhöhung für Hartzempfänger Stellung nehmen können.
    Jetzt ist es auch ganz besonders wichtig, dass insbesondere auch bei den Rentnern die Alarmglocken schlagen, denn sie können die nächsten Opfer dieser Politik werden. Daher sollten sie sich mit den derzeitigen Hartz-Opfern solidarisch erklären, und spätestens bei einer der nächsten Wahlen daran denken, bestimmten Politikern kein neues Mandat zu erteilen. Am besten wäre ein politisches Berufsverbot für einige politisch tätige, um weiteren Schaden vom Volke abwenden zu können.


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